Eine Gruppe von Personen posiert in einem hellen Raum für ein Foto.

Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtspflege

Prävention und dauerhafte Sicherung sozialer Angebote

Vertreter:innen der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege trafen sich am vergangenen Freitag in den Räumlichkeiten des Diakonischen Werkes Schweinfurt zur Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege Schweinfurt. Erstmals nahm auch Oberbürgermeister Ralf Hofmann an der Runde teil. Im Zentrum der Gespräche stand die Frage, wie wichtige Projekte und Dienste langfristig vor dem Hintergrund wegfallender Zuschüsse, steigender Kosten und wachsenden Bedarfs gesichert und präventiv ausgerichtet werden können.

Die Teilnehmenden machten deutlich, dass die Kürzung freiwilliger Zuschüsse die Finanzierung zentraler Angebote erheblich erschwert. Am Beispiel des Mehrgenerationenhauses der Diakonie wurde deutlich, dass Eigenanteile von über zwanzig Prozent bereits heute eine große Herausforderung darstellen und dass ähnliche Einschnitte bei weiteren Angeboten zu erheblichen Lücken in der Versorgung führen würden. Es wurde auch davor gewarnt, dass mit abnehmender Leistungsfähigkeit der Träger, der Unmut in der Bevölkerung zunehmen könne. Dabei wurden nicht nur einzelne Maßnahmen, sondern auch strukturelle Fragestellungen thematisiert: Präventionsprojekte und Dienste der Sozialpsychiatrie stehen unter Druck und mussten in manchen Regionen wie Würzburg bereits geschlossen werden oder wie in Kitzingen den Träger wechseln. Auch die Energieberatung der Diakonie Schweinfurt konnte seit dem Ende des Jahres 2025 trotz der hohen Bedarfe aus ebendiesen Gründen nicht mehr fortgesetzt werden. Auch zum Pflegeneuordnungsgesetz gab es kritische Stimmen, verbunden mit der Sorge, dass das System unter den aktuellen Entwicklungen immer mehr an Stabilität verliert.

„Die Leistungen der einzelnen Träger in der Wohlfahrtspflege tragen einen wesentlichen Teil dazu bei, dass das Gefühl der sozialen Sicherheit in Schweinfurt erhalten bleibt. Je mehr Leistungen wegfallen, umso mehr steigen soziale Ängste. Diese dritte Säule des Sicherheitsgefühls wird eigentlich nie in der öffentlichen Diskussion um das Sicherheitsempfinden der Menschen mitdiskutiert. Dabei ist sie für das individuelle Sicherheitsempfinden der Menschen genauso wichtig wie die äußere und innere Sicherheit“, erklärt Carsten Bräumer, Vorstand des Diakonischen Werkes Schweinfurt und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft.

Ein gemeinsames Ziel der Sitzung war die Ausrichtung auf langfristige Hilfe und präventives Handeln. Ralf Hofmann betonte dabei vor allem den direkten Austausch: „Es ist wichtig, in den direkten Austausch zu kommen. Wir müssen uns strukturell Gedanken machen, wie es weitergeht, und hier nicht mit angezogener Handbremse diskutieren. Dinge, die angesprochen werden müssen, werden angesprochen.“ Die anwesenden Vertreter:innen einigten sich darauf, die Zusammenarbeit offen und auf Augenhöhe zu gestalten. Ehrenamtliches Engagement wurde als unverzichtbarer Baustein für die zukünftige Versorgung hervorgehoben. Als konkreter Schritt wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die vereinbarten Ziele in konkrete Maßnahmen auflisten, Prioritäten setzen und Vorschläge für eine nachhaltige Stabilisierung von Diensten und Projekten erarbeiten wird.

An der Sitzung nahmen der Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt Ralf Hofmann, Carsten Bräumer (Vorstand des Diakonischen Werkes Schweinfurt e.V.), Claudia Federspiel (Integrationsbeauftragte der Stadt Schweinfurt), Matthias Zaworka (Geschäftsführer Haus Marienthal), Thorsten Schubert (Leiter Stadtjugendamt Schweinfurt), Thomas Lindhöfer (BRK-Kreisgeschäftsführer), Frank Kupfer-Mauder (Vorstand der Caritas Schweinfurt), Uwe Lehm (Vorstand der AWO Schweinfurt), Matthias Kreß (Leitung des Amtes für Soziale Leistungen der Stadt Schweinfurt), Peter Puchalla (Leiter des Jobcenters der Stadt Schweinfurt), Petra Langer (Dienststellenleitung der Flüchtlings- und Integrationsberatung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband) und Katrin Speck (Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes).