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„Zusammen schaffen wir das!“

Soziale Arbeit in der OBA in Zeiten von Corona

Es sind unruhige, aufwühlende Zeiten. Alles ist momentan anders! Unser ambulanter Dienst der Offenen BehindertenArbeit (OBA) des Diakonischen Werkes Schweinfurt ist seit 16. März 2020 bis mindestens zum 19. April 2020 geschlossen. Zahlreiche Veranstaltungen wie z.B. Offene Treffs, Freizeitclubs, Kurse, Hobbygruppen, Theateraufführungen und Besprechungen mit anderen sozialen Diensten sind mit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkung ausgefallen.

Im Büro halten die Mitarbeitenden (2 Erzieherinnen, 2 Sozialpädagogen und 1 Verwaltungskraft) im Schichtdienst den Telefon- und E-Mail-Dienst zu den üblichen Öffnungszeiten aufrecht. Es kommen immer wieder besorgte Anrufe von alleinlebenden Menschen mit Behinderung, von Eltern oder Betreuer*innen und Ehrenamtlichen. Meist werden Ängste und Sorgen zur ungewohnten unsicheren aktuellen Lage ausgesprochen. Aber auch Fragen, wann das OBA-Programm wieder weiterläuft und ob die im Mai, Juni, Juli und August beginnenden OBA-Urlaubsfahrten stattfinden, werden gestellt. Antworten gibt es noch nicht, denn alles ist derzeit noch unklar.

Für Teilnehmer*innen als auch für Mitarbeitende ist dies eine in 45 Jahren OBA bisher nie dagewesene völlig neue Situation, dass während des regulären OBA-Betriebes drei Wochen keine Treffen in der OBA oder außerhalb stattfinden. Bis zu 200 Besucher*innen pro Woche kommen sonst zu unterschiedlichen Zeiten gerne in die OBA, denn gewachsene Beziehungen und der persönliche Austausch sind wichtige Punkte im Alltag. Dass jetzt keine Treffen mehr stattfinden, schafft Verunsicherung und persönliche Unzufriedenheit, wenn Teilnehmer*innen ihren gewohnten persönlichen Neigungen bzw. Bedürfnissen in verschiedenster Weise nicht mehr nachgehen können und wichtige Bezugspersonen nicht mehr persönlich treffen können.

Und was noch hinzu kommt ist das Problem, dass unsere Klient*innen durch die Ausgangsbeschränkung zum „Zuhause herumsitzen“ gezwungen werden. Das schafft gerade bei Wohnheim-Betreuer*innen und Eltern schwierige Bedingungen: Rund-um-die-Uhr-Betreuung und stärkere Belastung bei der Bewältigung des Tagesablaufs in häuslicher Umgebung mit Festlegung einer gewissen Tagesstruktur. Einzige Abwechslung: Telefonate mit Freunden und gelegentliche Spaziergänge bzw. Einkäufe im nahegelegenen Supermarkt.
Umso wichtiger war es den OBA-Mitarbeitenden, ihren Telefon- bzw. E-Mail-Dienst aufrecht zu erhalten, der auch vom Bayerischen Sozial-ministerium und den Bezirken als ganz wichtig erachtet wird.

Zu Ostern wurde nun ein „Ostergruß“ in Leichter Sprache mit der Botschaft „# Zusammen schaffen wir das!“ an alle Teilnehmer*innen und Ehrenamtlichen verschickt.

Reinhold Stiller, Dipl.Soz.päd./FH, Leiter der OBA