Zurück

Lasse ich Platz für andere?

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Mitarbeiterin, lieber Mitarbeiter,

probieren wir mal einen Wechsel zwischen Andacht in Präsenz in unserer Geschäftsstelle und „Auf ein Wort“ zum Wochenanfang – also hier:

Es sind auch die kleinen Dinge rund um das Leben in der Gemeinschaft, die mich beschäftigen. Da ist mir aufgefallen: Es gibt zwei „Sorten“ von Menschen, die einen parken ihr Auto am Straßenrand so, dass der nächste auch noch Platz hat, die anderen parken so ein, dass vorn und hinten Luft ist und der Platz nicht mehr für den Nächsten ausreicht. Eine Kleinigkeit? Klar. Irgendwo wird schon Platz sein - oder doch nicht? Einer parkt ein, schließt auf und denkt: „Wenn ich aufrücke, dann freut sich ein anderer, dass er noch Platz hat.“ Ein anderer stellt sein Auto locker ab, vermutlich erfreut über das große Platzangebot, steigt aus, schließt ab und geht fort - in seinen Gedanken ist kein Platz für den anderen.

Wenn ich das mal weiterdenke, lande ich bei ähnlichen, aber weit bedeutenderen Situationen, und schnell sind wir bei dem, was wichtig ist für ein fröhliches und friedliches Leben, wie Gott es für uns ja eigentlich vorgesehen hat. Wir Menschen sind aber eben nicht „programmiert“ sondern haben mit der Schöpfung auch einen eigenen Willen bekommen. Ich kann entscheiden, ob ich Platz für andere lasse oder ob mir das egal ist.  Ich kann entscheiden, ob ich lüge oder die Wahrheit sage, ob ich geizig bin oder großzügig, ob ich ... Für mich spielt da eine Rolle, dass Gott es gut mit uns meint und dass Jesus großzügig war. Da will ich nicht das Gegenteil sein - auch wenn mir das vermutlich nicht immer gelingt. Auf jeden Fall aber versuche ich so einzuparken, dass noch Platz für den nächsten ist.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche mitten im Herbst und Freude an den Farbenspielen der Natur – und natürlich immer einen guten (Park-) Platz für Auto, Fahrrad und auch sonst.

Ihr Pfarrer Jochen Keßler-Rosa